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Dopingkontrollen

Dopingkontrollen sind traditionell eine der wichtigsten Instrumente der Anti-Doping Arbeit.

Wer kann kontrolliert werden?

Die NADA Austria kann grundsätzlich (gemäß dem Anti-Doping Bundesgesetz) alle Athleten, die im organisierten Sport tätig sind, kontrollieren. Vor allem:

  • Mitglieder oder Lizenznehmer einer, der BSO angehörigen Sportorganisation oder einer ihr zugehörigen Organisation oder
  • Teilnehmer an Wettkämpfen, die von einer Sportorganisation oder von einer ihr zugehörigen Organisation veranstaltet werden

Die Kontrolltätigkeit der NADA Austria konzentriert sich auf den Leistungs- und Spitzensport in Österreich.

Eine Dopingkontrolle kann entweder von einer Nationalen Anti-Doping Agentur, der WADA oder dem zuständigen Internationalen Fachverband organisiert werden.

Ablauf einer Dopingkontrolle

1. Auswahl der Sportler:

Out-of-Competition Kontrollen

Mit Kontrollen außerhalb von Wettkämpfen wird versucht, zu jenen Zeitpunkten zu kontrollieren, an denen der Doping-Gebrauch am wahrscheinlichsten ist. ("intelligent testing") Viele Dopingsubstanzen und Methoden werden nicht im Wettkampf, sondern in der Aufbauphase eingesetzt.

In-Competition Kontrollen

Wettkampfkontrollen gehören bei den meisten größeren Wettkämpfen mittlerweile zum Standard. Erklärtes Ziel der WADA und aller nationalen Anti-Doping-Agenturen ist die Etablierung einer international vergleichbaren Vorgehensweise in der Anti-Doping Arbeit, die keine "Doping-Oasen" in einzelnen Ländern mehr zulässt.

Zielkontrollen

Sportler können ganz gezielt kontrolliert werden, etwa bei Verdacht auf Doping. Diese Kontrollen können zu jeder Tages- und Nachtzeit durchgeführt werden.

Blutkontrollen

Seit 1. Jänner 2009 führt die NADA Austria auch Blutkontrollen durch, um auch auf verbotene Substanzen und Methoden untersuchen zu können, die im Urin nicht nachgewiesen werden können. Zusätzlich können Dopingproben bis zu 8 Jahre aufbewahrt werden, um mit neu entwickelten Analysemethoden Nachuntersuchungen anstellen zu können.

Indirekter Beweis

Die Zukunft liegt im indirekten Beweis aufgrund von Blut- und Urinparametern. Durch die Erstellung von Langzeit-Blutprofilen können starke Schwankungen in den Werten entdeckt werden. Entscheidend ist damit nicht mehr womit, sondern nur das gedopt wurde.

2. Benachrichtigung / Aufforderung

  • Keine Vorankündigung der Kontrolle, der Dopingkontrollor (DCO) oder eine Aufsichtsperson (Chaperon) setzen den Athleten erst unmittelbar vor der Kontrolle darüber in Kenntnis
  • Vorweisen des offiziellen Ausweis und des Auftrags zur Dopingkontrolle (Aufforderung)
  • Ausweispflicht des Athleten
  • Rechte und Pflichten werden erklärt
  • Allfällige Änderungen beim Ablauf der Dopingkontrolle (Behinderung, etc.) werden besprochen
  • Der Athlet bestätigt die Benachrichtigung / Aufforderung mit seiner Unterschrift des Athleten - ab diesem Zeitpunkt steht er unter ständiger Beobachtung
  • Der Athlet hat das Recht, dass eine Vertrauensperson beim Kontrollablauf anwesend ist
  • Ein Nichterscheinen zur Kontrolle oder eine Verweigerung kann wie ein positives Testergebnis sanktioniert werden

3. Erscheinen bei der Dopingkontrollstation

  • Der Athlet muss so schnell wie möglich zur Kontrolle zur Verfügung stehen - auf jeden Fall aber innerhalb der durch das DCO-Team festgesetzten Frist
  • Eine Verlängerung der Frist ist im Einzelfall möglich - etwa für eine Pressekonferenz, den Abschluss einer Trainingseinheit, o.ä.
  • Der Sportler weißt sich nochmals aus - Lichtbildausweis (Name, Geb. Dat., Sportart, Lizenznummer, …)
  • Er erhält Gelegenheit, seinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen - dies ist seine eigenverantwortliche Entscheidung, zur Sicherheit sollten nur originalverpackte Getränke des Veranstalters verwendet werden

Blutentnahme:

Der Athlet nimmt mindestens zehn Minuten vor Abgabe der Probe eine entspannte Haltung ein - er soll nach Möglichkeit keine Nahrung oder Flüssigkeit zu sich nehmen.

4. Auswahl des Behältnisses zur Probennahme

  • Der Athlet wählt aus mindestens 3 einzeln versiegelten Behältnissen aus
  • Kriterium: Das Behältnis muss unbeschädigt sein, darf keinerlei Anzeichen einer unzulässigen Einflussnahme aufweisen

5. Abgabe der Probe

  • Der abgegebene Urin muss der erste nach Benachrichtigung sein (kein Duschen, etc.)
  • Während der Abgabe darf nur ein gleichgeschlechtlicher DCO im Raum sein
  • Bei minderjährigen oder in der Geschäftsfähigkeit beschränkten Athleten kann auf Wunsch eine Vertrauensperson anwesend sein
  • Athleten müssen sich vor der Abgabe die Hände waschen oder Handschuhe tragen
  • Die Athleten machen sich von Oberkörper bis Knie und von den Händen bis zum Ellbogen frei
  • Der DCO muss Sichtkontakt haben - um Manipulationen ausschließen zu können muss er freie Sicht haben, wie der Urin den Körper verlässt
  • Das Probenmaterial ist ab dem Zeitpunkt der Kontrolle im Besitz der verantwortlichen Anti-Doping Organisation

Blutentnahme:

Die Abnahme ist vergleichbar der Blutabnahme für medizinische Zwecke. Es werden mindestens 2 Röhrchen (A- und B-Probe) befüllt und anschließend in einem manipulationssicheren Behältnis versiegelt.

6. Kontrollieren der Probenmenge

Es müssen mindestens 90ml abgegeben werden, ist die Menge nicht ausreichend wird die abgegebene Menge zwischenversiegelt und weitere Teilproben gezogen.

Blutentnahme:

Die abgegebene Menge muss den Anforderungen des Labors genügen - unterschiedliche Mengen an Blut werden je nach Art der Analyse (EPO, GH, etc.) benötigt.

7. Auswahl des Kontrollkits

  • Der Athlet wählt aus mindestens 3 versiegelten Kontrollkits aus
  • Kriterium: die Kits müssen unbeschädigt sein und dürfen keinerlei Anzeichen einer unzulässigen Einflussnahme aufweisen
  • Der Athlet kontrolliert die gleichen Codenummern auf Flaschen, Deckeln und Behälter

8. Aufteilung der Probe

Der Athlet teilt den abgegebenen Urin auf:

  • 2/3 der Menge werden in die A-Probe gefüllt, mindestens 60 ml
  • 1/3 der Menge werden in die B-Probe gefüllt, mindestens 30 ml
  • Eine Restmenge bleibt im Behältnis um die Dichte (pH-Wert) zu kontrollieren

Blutentnahme:

Eine der beiden Blutprobenphiolen wird in die A-Flasche, die andere in die B-Flasche gegeben. Bei mehreren Phiolen werden mehrere Kontrollkits verwendet.

9. Versiegelung der Proben

  • Der Athlet versiegelt die Proben
  • Der DCO bzw. die Vertrauensperson stellt fest, dass die Proben ordnungsgemäß versiegelt sind
  • Eine Öffnung der Proben ist ohne Beschädigung bzw. sichtbare Spuren nicht mehr möglich

10. Ermittlung der Dichte (pH-Wert) bei einer Urinprobe

  • Die Dichte (pH-Wert) wird im Resturin kontrolliert
  • Der Wert wird am Protokoll notiert
  • Sind die Werte ungenügend werden zusätzliche Probe(n) gezogen

11. Ausfüllen des Dopingkontrollformulars

Notiert werden die folgenden Angaben:

  • Zeitpunkt des Eintreffens in der Dopingkontrollstation
  • Zeitpunkt der Urinabgabe
  • Urinmenge
  • pH-Wert / Dichte
  • Probennummer
  • Bemerkungen / Kritik
  • Sämtliche Medikamente / Nahrungsergänzungsmittel in jüngster Zeit
  • Declaration of Use (DoU) für Glukokortikosteroide
  • Medizinische Ausnahmegenehmigungen (TUE)

Alle Beteiligten (Athlet, DCO, Zeugen, Vertrauensperson) bestätigen mit ihrer Unterschrift den ordnungsgemäßen Ablauf der Kontrolle bzw. die Richtigkeit der Angaben.

  • Es gibt einen Durchschrift für NADO, Athlet und Labor
  • Die Labor-Durchschrift enthält keine Informationen zur Identität
  • Mit einem eigenen Formular (Chain of Custody) wird genau dokumentiert, wer zu welchem Zeitpunkt die Kontrolle beim Transport der Probe (DCO, Bote, NADO, Labor, etc.) hatte.

12. Analyse

Die Analyse wird in einem von weltweit 35 WADA-akkreditierten Labors vorgenommen, Österreich verfügt mit dem Dopingkontrolllabor in Seibersdorf seit 1.1.2002 über ein IOC bzw. WADA-akkreditiertes Labor

Diese Labors müssen spezielle Kriterien erfüllen, etwa:

  • Ein Minimum an 1500 analysierten Proben pro Jahr
  • Mindestens 1x pro Monat Kontrollproben der WADA (Qualitätssicherung)
  • Mehrmals pro Jahr Kontrollproben ohne Vorankündigung (Blindproben)
  • Ein Punktesystem mit Gut- und Schlechtpunkten gewährleistet die Sicherheit und Qualität der Analyse
Im Labor wird der Erhalts der Proben bestätigt, das Labor weiß nur die Codenummer der Proben, die Sportart und das Geschlecht
  • Mit dem Erhalt wird die Unversehrtheit der Proben (Siegel in Ordnung, etc.) kontrolliert
  • Anschließend wird die A-Probe untersucht, es wird auf alle nachweisbaren Substanzen (Gesamtscreening)
  • untersucht, im Bedarfsfall können auch zusätzlich Analysen angefordert werden
  • Im Falle eines auffälligen Analyseergebnisses wird mindestens eine Bestätigungsanalyse durchgeführt
  • Die B-Probe wird gleich nach dem Erhalt der Proben sicher verwahrt
  • Analyseergebnisse gehen direkt an den Auftraggeber (NADO) und zeitgleich auch an die WADA

13. Ergebnismanagement

  • Bei Adverse Analytical Finding (AAF) kontrolliert die NADO, ob eine andere Möglichkeit (z.B. TUE) für dieses Ergebnis vorliegen kann
  • Die Information über ein AAF geht vom Labor immer zeitgleich an die WADA, auch im Falle einer bloßen Auffälligkeit (Atypical Finding)
  • In Österreich wird nach dem Erhalt eines AAF und der Abklärung eventueller Erklärungsmöglichkeiten ein Prüfantrag an die Rechtskommission der NADA Austria gestellt
  • Es folgt eine Verständigung des Athleten über diesen Prüfantrag und die automatische Suspendierung
  • Der Athlet kann die Öffnung der B-Probe beantragen - wenn ein Athlet die Öffnung nicht beantragt gilt das Ergebnis der A-Probe als bestätigt
  • Der Athlet hat das Recht, bei der Öffnung und der gesamten Analyse anwesend zu sein (eine EPO-Analyse dauert bis zu 3 Tage)
  • Der Athlet hat das Recht eine Vertrauensperson / einen Experten mitzunehmen
  • Wenn die Analyse der B-Probe das Ergebnis der A-Probe bestätigt kommt es zur Einleitung eines Anti-Doping Verfahrens
  • Der Athlet erhält die Möglichkeit einer Verhandlung (Rechtfertigung, Zeugen, Beweise)

Das Verfahren endet mit der Entscheidung der Rechtskommission der NADA Austria (1. Instanz)

  • Gegen diese Entscheidung kann bei der Unabhängigen Schiedskommission Berufung eingelegt werden (2. Instanz)
  • Es gibt auch die Möglichkeit der Berufung beim CAS
  • In Österreich ist auch der Gang vor ein Zivilgericht möglich