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Doping im Leistungssport

1997 wurde eine Befragung unter 200 amerikanischen Olympia-Teilnehmern durchgeführt. Die erste Frage lautete: "Würdest du leistungssteigernde Mittel nehmen, wenn du dadurch garantiert gewinnst und nicht erwischt wirst?" 98% der Befragten antworteten mit "Ja".

Die Zusatzfrage lautete: "Würdest du leistungssteigernde Mittel nehmen, wenn du sicher sein könntest, dass du dadurch die nächsten fünf Jahre alle Wettkämpfe gewinnen, dann aber aufgrund des Dopings sterben müsstest?" Immerhin noch 50% antworteten mit "Ja". (Studie: Goldman, 1997)

Besonders gefährdet sind Sportarten mit eindimensionalen Leistungsgrundlagen:

  • Ausdauersportarten
  • Kraftsportarten
  • Schnellkraftsportarten

Aber es gibt auch in anderen Sportarten Dopingfälle. Es gibt weltweit keine Sportart, bei der keine direkte oder indirekte Leistungssteigerung durch Doping bzw. Medikamentenmissbrauch möglich wäre.

Besonders besorgniserregend ist eine 2009 erschienene wissenschaftliche Studie von Perikles Simon, Heiko Striegel und Rolf Ulrich, die zu Tage förderte, dass mindestens 6,8 Prozent der an dem Projekt teilnehmenden Leistungssportler schon einmal gedopt haben. Für die Untersuchung wurden 480 Athleten anonym befragt. Probanden waren vorwiegend deutsche D-Kader-Sportler mit Durchschnittsalter von 16 Jahren. Knapp jeder 15. sagte, er habe schon einmal Dopingmittel genommen. (Studie: Simon, Striegel et al., 2009) In einer ähnlichen Studie von Dr. Eike Emrich gaben 10,2% der befragten Athleten an, schon einmal gedopt zu haben. (Studie: Emrich, 2009)

Laut der Zeitung NZZ sollen 85 Prozent der Tour-de-France-Sieger in ihrer Karriere mit Doping hantiert haben. 8,3 Prozent der 180 bei der Tour 09 gestarteten Fahrer waren nachweislich schon in Dopingfälle verwickelt. Das gilt für sogar 40 Prozent der sportlichen Leiter der Tour-Teams. (Quelle: "NZZ" - http://www.nzz.ch, Zugriff am 22. Juli 2009)

Aussagekraft von positiven Analysen

Diesen Studien und Aussagen steht eine weltweit durchschnittliche Quote von ca. 1% Positiven bei Dopingkontrollen gegenüber. Die Häufigkeit der Dopingfälle hat somit nur begrenzte Aussagekraft über das tatsächliche Ausmaß der Dopinganwendung. Die Zahl der Dopingfälle in einer Sportart hängt unter anderem von der Anzahl der Kontrollen ab. Eine Statistik der positiven Fälle ist daher nur ein Hinweis auf gut analysierbare Substanzen bzw. auf ein effizientes Kontrollsystem. Einige Substanzen sind aber schwer nachzuweisen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass mit teuren, eigens für Dopingzwecke entwickelten Mitteln positive Dopingkontrollen umgangen werden können.

Die Anti-Doping Forschung ist stets bemüht, den Abstand zu den Betrügern kleiner zu machen. So können etwa Dopingkontrollen mehrere Jahre aufbewahrt werden. Wird ein neuer Nachweis entwickelt, dann können Proben gezielt neu untersucht werden. Seit 1.1.2009 ist es durch den neuen Welt-Anti-Doping-Code möglich, auch aufgrund indirekter Beweise (z.B auffällige Blutwerte) Sperren auszusprechen.