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Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln (NEM)

In den letzten Jahren haben sich einige Dopingfälle im Zusammenhang mit Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ereignet. Die betroffenen Athleten gaben an, nicht bewusst verbotene Substanzen angewandt, sondern diese über verunreinigte NEM zu sich genommen zu haben. Diese Aussagen sind sehr schwer zu überprüfen, haben für den Sportler schwere Konsequenzen und führen zu einem negativen Image in der Öffentlichkeit.

Die größte Gefahr besteht bei Produkten die über das Internet bestellt werden. Neben den üblichen Inhaltsstoffen finden sich auch immer wieder Anabolika und so genannte Prohormone in den Packungen. Teilweise werden diese Substanzen extra beworben, meistens werden aber nicht alle Inhaltsstoffe angegeben. Die (unabsichtliche) Verunreinigung von NEM lässt sich auf Verschleppung, zum Beispiel beim Abfüllen oder Mischen, zurückführen.

Im März 2002 untersuchte das biochemische Labor der Sporthochschule Köln ca. 600 Nahrungsergänzungsmittel, ob sie mit Dopingsubstanzen verunreinigt sind. In 93 Produkten wurden auf der Dopingliste stehende Substanzen gefunden. Ergänzungspräparate können durch Überdosierungen und Wechselwirkungen durchaus schädlich sein.

Untersuchungsergebnisse aus Österreich (2001) ergaben, dass 22% der in einschlägigen Geschäften gekauften NEM mit anabol- androgenen Steroiden verunreinigt waren. In Apotheken gekaufte Produkte waren Großteils sauber. In einer Internationalen Studie aus 13 Ländern waren 14,8 % der NEM verunreinigt.

Unnötiges Risiko?

Ein Sportler riskiert neben einer möglichen Gesundheitsgefährdung auch noch, bei einer Dopingkontrolle positiv getestet zu werden. Zusätzlich stellt sich in der wissenschaftlichen Diskussion auch die Frage nach Wirksamkeit von NEM:

Von 78 in der weltweiten wissenschaftlich seriösen Literatur untersuchten Wirkstoffen wurde nur bei einem(!) Wirkstoff "direkte Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich" und "medizinisch vertretbar" attestiert (Kohlenhydratgetränke), bei nur 3 Wirkstoffen wurde eine "indirekte (zeitlich verzögerte) Leistungsbeeinflussung wahrscheinlich" und "medizinisch vertretbar" festgestellt (Beta-Hydroxy-beta-Methylbutyrat, Kreatin, Regenerationssupplemente - Kohlenhydrat-, Eiweißgemische)

Quelle: Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie 2003;1:61

Fazit: Alle anderen Nahrungsergänzungspräparate werden kontrovers diskutiert oder sind wegen Nebenwirkungen medizinisch nicht vertretbar. Es gilt nach wie vor: "Es ist sehr leicht, einen sündteuren Urin zu produzieren".

Empfehlungen der NADA Austria

  • NEM ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Sie können ein Fehlverhalten in der Ernährung nicht korrigieren. Es gibt keine Wundermittel wie in der Werbung oft vorgespielt.
  • NEM können in gewissen Situationen wie hoher Belastung oder Stress als befristete Ergänzung der Basisernährung durchaus Sinn machen. Grundlegende Voraussetzung ist aber eine Analyse und Beratung durch eine Fachperson. Bei einer Einnahme, die nicht auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt ist, können sich die verschiedenen Wirkstoffe bei der Aufnahme im Körper gegenseitig behindern (Nährstoff-Interaktion).
  • NEM sollten nur nach Anweisung von Fachpersonen in der angegebenen Dosierung und Zeitspanne angewendet werden. Von einer Dauereinnahme ist dringend abzuraten.
  • Die Herstellung von NEM unterliegt nicht den hohen Qualitätsstandards und Normen des Austria Codex, daher kann die NADA Austria für diese Produkte auch keine Stellungnahme hinsichtlich Reinheit oder Unbedenklichkeit gegeben.
  • Die NADA Austria gibt keine Empfehlungen für Hersteller oder Produkte von NEM ab. Einige Hersteller deklarieren ihre Produkte als "doping-frei" und geben sogar Garantien ab, im Fall einer positiven Analyse kann sich der Athlet allerdings nur am Hersteller schadlos halten, als Milderungsgrund für eine Sperre gilt dies in keinem Fall.
  • Mediziner, Ernährungsberater und Apotheker können im Rahmen ihres Wissens Auskunft geben. Vor Experimenten, sei es mit unbekannten Produkten oder unbekannten "Beratern", wird ausdrücklich gewarnt.